Ursprünglich war die Oberlausitz ein riesiges Urwaldgebiet mit nur wenigen waldfreien Inseln. Hier siedelte nach dem 3. Jahrhundert n.Chr. der germanische Stamm der Burgunden. Nach dessen Abzug in der großen Völkerwanderung rückte von Osten der slawische Stamm der Milzener nach. Nachdem das Gebiet im 10. und 11. Jahrhundert unter deutsche Vorherrschaft geraten war, begann eine grandiose Kolonisationsbewegung. Landlose Bauernsöhne westliche von Elbe und Saale zogen mit ihren Familien in die Oberlausitz, um sich eine neue Existenz aufzubauen. Der Vortrag spannt den Bogen von Karl dem Großen über die Entstehung des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation bis hin zur mittelalterlichen Ostsiedlung. Meist aus Franken und Thüringen, aber auch aus den milzenischen Siedlungskammern kommend, rodeten diese Pioniere riesige Waldgebiete, legten sie Sümpfe trocken, machten das gewonnene Land urbar und gründeten Dörfer und Städte.
Referent
PD Dr. phil. habil. Volker Dudeck
Historiker, Privatdozent Direktor der Städtischen Museen Zittau Sächsischer Kultursenator i.R.